Schweres Zugunglück bei Düdelingen

14.02.2017 14:47:04 | Max Delvaux
Am Dienstagmorgen kollidierten auf der Bahnstrecke zwischen Bettemburg und Frankreich 2 Züge. Eine Person überlebte das Unglück nicht, 2 weitere wurden verletzt.

Um 08:58 Uhr wurden die Bereitschaftsdienste der Feuerwehren Bettemburg und Düdelingen, 2 Rettungswagen des CID sowie der SAMU Esch zu einem Zugunfall alarmiert. Auf der Strecke zwischen Bettemburg und Frankreich waren ein Güterzug (aus Frankreich kommend) und ein Passagierzug (aus Luxemburg kommend) zusammengestoßen. 

Der Kdow-1 des CIBETT, welcher als erstes am Unfallort eintraf, machte umgehend eine Rückmeldung und forderte über die Leitstelle Verstäkrung an: auf Höhe der Firma "Husky" waren zwei Züge frontal kollidiert; für die Einsatzzentern Bettemburg und Düdelingen wurde Großalarm ("Alerte Générale Sauvetage") ausgelöst und mehrere Rüstwagen sowie 2 Feuerwehrkräne nachgefordert.

Während einer weiteren Erkundung wurde festgestellt, dass zwei Personen die Züge verletzt verlassen konnten: der Lokführer des Güterzuges wurde bei dem Unfall schwer verletzt, die Schaffnerin des Personenzuges zog sich leichte Verletzungen zu. Der Lokführer des Personenzuges wurde noch vermisst. Ob sich weitere Personen im Zug befinden würden, war zu Anfang nicht bewusst.
 
Alarmierung: AG Sauvetage
Datum: 14.02.17
Zeit: 08:58
Einsatztyp: VUSF
Einsatzort: Bettemburg-Düdelingen
Einsatzkräfte: 21
Fahrzeuge:          
Unterstützung: CID
BF Luxemburg
BNS Lintgen
CISEA
SAMU Esch
Hundestaffel 
GSP
Groupe Logistique
Polizei
Mess- und Erkennungsdienst
Während die Feuerwehrmannschaften aus Bettemburg und Düdelingen anfingen, sich mit schweren hydraulischen Rettungsgeräten Zugang in das erste Fahrzeug des Personenzuges zu verschaffen, wurden die beiden verletzten notärtzlich versorgt und anschließend ins Krankenhaus transportiert. Der leitende Notarzt forderte weitere Rettungswagen an den Einsatzort: 7 Rettungswagen und ein GRTW (Großraum-Rettungswagen Bus) wurden an die Einsatzstelle alarmiert.

Um eine strukturierte Bergung zu ermöglichen wurde gemäß der "Chaîne de Commandement" eine Einsatzleitung aufgebaut: die Einsatzleitwagen aus Düdelingen und der Berufsfeuerwehr wurden in Stellung gebracht, der Einsatzort wurde in zwei Bereiche mit jeweils einem Abschnittsleiter  (Chef de Peloton) eingeteilt und ein Einsatzleiter (COS - Commandant des Opérations de Secours) ernannt. Zeitgleich wurde auf der Leitstelle der Rettungsdienste das CGO (Centre de gestion des opérations) aktiviert.

Die Rettungsarbeiten am Zug gestalteten sich währenddessen als schwierig: die Einsatzkräfte aus Bettemburg, Düdelingen, Lintgen und der Berufsfeuerwehr mussten zum Teil mit schweren Geräten die Struktur des Zuges öffnen und zahlreiche Trümmerteile aus dem Wrack entfernen um den Zug betreten zu können. Hierfür wurde sowohl von beiden Seiten als auch über das Dach mit zahlreichen hydraulischen Geräten, Trennschneidern und weiteren Gerätschaften gearbeitet. Nach mehreren Stunden konnte der Lokführer schwer eingeklemmt lokalisiert werden. Gegen 17:10 Uhr konnte dieser geborgen werden. Leider sollte er das schwere Unglück nicht überleben.

Parallel wurde nach eventuell weiteren Verletzten gesucht: neben den Hundestaffeln der Protection Civile und der Croix Rouge wurde ebenfalls mit Hilfe von speziellen Kameras sämtlich zugänglichen Bereiche abgesucht. Eine weitere Person konnte nicht gefunden werden.

Der Groupe de Ravitaillement kümmerte sich um die Verpflegung der Einsatzkräfte: kleinere Snacks, Brötchen sowie ausreichend Getränke und am Abend Suppe wurde für die sich seit Stunden im Einsatz befindenden Kräfte zur Verfügung gestellt. Die Firma "Husky" stellte den Rettungskräften ebenfalls Brötchen zur Verfügung.

Die Einsatzzentern Bettemburg und Düdelingen konnten die Einsatzstelle gegen 17:00 Uhr verlassen, die Berufsfeuerwehr und die Feuerwehr Lintgen verblieben für die weitere Arbeiten noch an der Einsatzstelle. 

Im Einsatz waren 128, zum großenteil eherenamtliche Kräfte der Rettungsdienste:
  • Centre d'Intervention Bettembourg: 2 Rettungswagen, HLF 2 2, MZF 2 1, ULF 1 1, KDOW 1, MTW 1, MTW 2, ELW 1 1, RA sowie 21 Mann
  • Centre d'Intervention Dudelange: HLF 2 1, WLFAB-Kran, WLFAB-2, 2 Rettungswagen, ELW 2 1, KDOW 1, AB Technische Hilfeleistung, AB Einsatzeitung, AB Mulde, MTW 1, Strom-und Beleuchtungsanhänger
  • Berufsfeuerwehr Luxemburg unter anderem mit 3 Rettungswagen, 2 HLF, ELW 2, Kran, AB Holz, AB-Rüst sowie mehrere Kleinfahrzeuge
  • Base Nationale de Support Lintgen: WLF-F, Kran, GRTW/Bus, MZF Groupe-Logistique, MZF Ravitaillement, AB Rüst, AB Kran, Kdow
  • Centre d'Incendie et de Secours Esch/Alzette mit RW und Strom-und Beleuchtungsanhänger
  • Groupe Canin (Protection Civile und Croix Rouge)
  • Groupe de Support Psychologique
  • Groupe de Ravitaillement/Groupe Logistique
Des Weiteren waren die Polizei und der Mess- und Erkennungsdienst sowie zahlreiche Mitarbeiter der CFL am Einsatzort. Das Gebiet um die Bahnstrecke wurde weiträumig abgesperrt.






Fotos: Polizei